Turnfahrt 2021 Wallis
Am Samstag, 11.09.21, bei frischen Temperaturen, fuhren 15 Männerriegler mit dem Zug um halb sechs Uhr von Matzingen nach Brig, wo wir um ca. neun Uhr ankamen. Mit Sack und Pack liefen wir zu unserem Hotel, das “Good Night Inn” (ca. 500 m vom Bahnhof entfernt), wo wir unser Reisegepäck deponierten.
Das Programm liess zwei Wahlmöglichkeiten zu. Man konnte zwischen der Geniesser- und der Wandergruppe wählen, wobei dies dazu führte, dass Beat alleine die Geniesser-Gruppe stellte, dafür über viel freie Zeit und Ruhe verfügte.
Die Anderen fuhren als Wanderfreunde mit der Bahn nach Fiesch, wo wir mit der Gondelbahn auf die Fiescheralp fuhren. Es empfing uns ein frostiges Wetter mit Bise und Nebel. Nach einer kurzen Stärkung im Restaurant nahmen wir eine einfache Höhenwanderung (Dauer: Ca. 1 ½ Std., ca. 8 km, Gelände flach/abfallend) von der Fiescher- über Bettmer- zur Riederalp bzw. Talstation Golmenegg in Angriff. Kurz vor der Riederalp verpflegten wir uns mit unseren mitgebrachten Lunches.
Beat war inzwischen ebenfalls zu uns gestossen, sodass wir mit der Sesselbahn von der Talstation Golmenegg zur Aussichtsplattform fuhren, wo uns ein atemberaubendes Panorama empfing. Wir konnten den Aletschgletscher als eindrückliches, schmelzendes, 23 km langes, bis 900 m dickes UNESCO Weltnaturerbe bestaunen und in der Ferne das Matterhorn ausmachen. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, fuhren wir nach Brig zurück und gingen ein ausgezeichnet mundendes Raclette à Discretion mit Salat im Restaurant Walliserstuba geniessen. Selbstverständlich labten einige dazu das Walliser-Wasser bzw. deren feinen Weisswein.
Am Sonntag, 12.09.21, trafen wir uns nach einem kräftigen Frühstück, um 10.00 Uhr vor dem Hotel, wo uns ein strahlendes Wetter und die äusserst sympathische Milena Erpen, ihres Zeichens Studentin, vom Brig Simplon Tourismus empfing. Sie führte uns für zwei Stunden durch die Stadt Brig und das Stockalperschloss. So brachte uns Milena Kaspar Stockalper mit seinen Höhen und Tiefen näher. Stockalper war zu seiner Zeit, dem 17. Jahrhundert, der "genialste" Frühkapitalist weit und breit. Der Stockalperpalast in Brig zeugt von seinem Reichtum. Stockalper handelte mit allem: Mit Söldnern und Schnecken, mit Salz und Erzen. Er kaufte und verkaufte, was auch immer Profit versprach, und notierte in sieben Sprachen alles in seinen Büchern - auch wann und wie er seine Partner bestach oder betrog. Kein Privater der Schweiz konnte sich im 17. Jahrhundert einen grösseren Palast bauen lassen. Doch der Neid – so sagt man – ist der älteste Walliser, und so vertrieben die Walliser notabene den reichen und mächtigen Grossen Stockalper 1679 nach Domodossola ins Exil. Sein Vermögen wurde aufgeteilt und seine Geschäfte wanderten in andere Regionen ab. Verarmt und verbittert durfte er wieder nach Brig zurückkehren und in seinem Schloss sterben.
Nach dieser sehr spannenden Führung nahmen wir ein feines Mittagessen beim Italiener ein, bevor wir wieder nach Matzingen fuhren, wo wir glücklich und zufrieden in die Arme unserer Liebsten fielen.
Die Reiseorganisatoren Gasi und Urs.